Ihre Fragen – unsere Antworten

Organisation und Ablauf der Lehre

Welche Aufgaben im Sekretariat kann ein Lernender übernehmen?
Tägliche Arbeiten am Computer erledigen Briefe und Texte ab Diktafon verfassen Erledigen von administrativen Arbeiten Telefonate entgegennehmen und weiterleiten Begrüssen von Klienten usw.
Was sind die Aufgaben eines Berufsbildners (Ausbildner am Arbeitsplatz)?
Ausbildung nach den Vorgaben in der Lern- und Leistungsdokumentation Durchführen der Zielvereinbarung ALS (Arbeits- und Lernsituation) Überprüfen und Beurteilung der Leistungen am Arbeitsplatz Begleiten des ÜK-Kompetenznachweis Betreuung der Lernenden
In welcher Branche werden die Lernenden ausgebildet?
Unsere Lernenden werden zum Grossteil in der Ausbildungs- und Prüfungsbranche Dienstleistung und Administration (D&A) – Betriebsgruppe Advokatur ausgebildet. Es gibt aber auch Kanzleien, die in der Ausbildungs- und Prüfungsbranche Notariate Schweiz ausbilden.
Gibt es verschiedene kaufmännische Lehrgänge?
B-Profil: Basis-Profil E-Profil: Erweitertes Profil M-Profil: Matura-Profil Eine Lehre dauert jeweils 3 Jahre.
Welche Voraussetzungen muss ein Schüler erfüllen, um eine KV-Lehre zu absolvieren?
Abgeschlossene Volksschule, oberste Schulstufe mit gutem Notendurchschnitt bzw. mittlere Schulstufe mit guten bis sehr guten Leistungen in den Kernfächern.
Persönlichkeit: Logisches und analytisches Denkvermögen, Interesse an Zahlen, Selbstständigkeit, Fleiss, Einsatzbereitschaft, Spass am Umgang mit Menschen, Teamfähigkeit.
Welches sind die Vor-/Nachteile der Berufsmaturität?
Der Vorteil der Berufsmaturität ist die gute Ausbildung in allgemein bildenden Fächern sowie das Erreichen eines höheren Niveaus in den übrigen kaufmännischen Fächern. Beim Absolvieren der Berufsmaturität besuchst du während aller Lehrjahre zwei Tage pro Woche die Schule. Entsprechend wird mehr an intellektueller Leistung und Zeit für Hausaufgaben gefordert.
Wie oft haben Lernende Schule?
Berufsschule: Ein bis zwei Tage pro Woche. Überbetriebliche Kurse: Gemeinsam mit den anderen Lernenden der Branche D&A wirst du an 8 Überbetrieblichen Kursen (ÜK) D&A teilnehmen. Zusätzliche besuchen Lernende der Betriebsgruppe Advokatur 3 Kurstage ÜK-Advokatur.
Welchen Abschluss bekommen die Lernenden am Ende der Ausbildung?
Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis EFZ «Kaufmann/Kauffrau“ im B-, E- oder M-Profil

Anstellungsbedingungen von Lernenden

Wie viel verdienen Lernende?
Über die Höhe des Lehrlingslohns wird die Kanzlei entscheiden. Sie richtet sich nach den Empfehlungen der Mittelschul- und Berufsbildungsämter. Die Lohnempfehlungen des kaufmännischen Verbands KV-Schweiz sind seit dem Jahr 2016 pro Monat: 1. Lehrjahr CHF 770.– 2. Lehrjahr CHF 980.– Bitte beachte, dass in vielen Kantonen niedrigere Lehrlingslöhne bezahlt werden.
Wie viele Wochen Ferien habe sie während der Lehre?
Lernende bis zum vollendeten 20. Altersjahr haben fünf Wochen, ältere Lernende mindestens vier Wochen Ferien zugute.
Wo finde ich die gesetzlichen Bestimmungen über den Lehrvertrag und die Lehre?
Verordnung über die Berufsbildung

Ausbildung im Lehrbetriebsverbund

Was ist ein Lehrbetriebsverbund?
Beim Lehrbetriebsverbund handelt es sich um eine spezielle Organisationsform der beruflichen Grundbildung. Zwei oder mehrere Betriebe mit sich ergänzenden Tätigkeiten schliessen sich zu einem Lehrbetriebsverbund zusammen und bilden gemeinsam Lernende aus. Die Zusammenarbeit hat zum Ziel, den Lernenden durch Nutzung von gemeinsamen Ressourcen eine verordnungskonforme Bildung zu vermitteln und den Ausbildungsaufwand für den einzelnen Betrieb zu optimieren. Damit ist es auch für hochspezialisierte Betriebe möglich, sich an der beruflichen Grundbildung zu beteiligen. Ein Leitbetrieb bzw. eine Leitorganisation (Bildungsinstitution, Berufs- oder Branchenverband, Verein usw.) übernimmt die Verantwortung für die Ausbildungsbewilligung und vertritt den Verbund nach aussen.
Welche Vorteile bietet der Lehrbetriebsverbund den Betrieben?
Administrative Entlastung: Die Ausbildungsplanung, Rekrutierung und Selektion der Lernenden sowie sämtliche administrativen Aufwendungen – wie Vertragsabschlüsse oder Lohnzahlungen – übernimmt der Leitbetrieb bzw. die Leitorganisation. Finanzielle Entlastung: Der Lehrbetriebsverbund ermöglicht den Betrieben eine Anzahl von ökonomischen Vorteilen. Durch die Zusammenarbeit können die Einstiegskosten wie z.B. die Ausbildungsorganisation sowie die Ausbildungsausgaben minimiert werden. Zeitliche und personelle Entlastung: Betriebe bilden die Lernenden nicht unbedingt in voller Breite aus. Sämtliche Ausbildungsdienstleistungen – wie die Erstellung der Ausbildungspläne, Elterngespräche oder der Kontakt mit den Behörden – werden von der Leitorganisation übernommen. Die beteiligten Firmen leisten einen Beitrag zur Förderung des beruflichen Nachwuchses. Die beteiligten Betriebe leisten einen gesellschaftlichen Beitrag zur Integration in die Arbeitswelt.